PC - Weekly 2021 KW 10

Marktdaten / Marktüberblick

Aktien – USA

Steigende Anleihenrenditen bremsen erneut die Aktienperformance: Die Preise für Rohstoffe bzw. Vorprodukte der Industrie stiegen in den USA auf den höchsten Stand seit Juli 2008, zumal das verarbeitende Gewerbe auf Hochtouren läuft. Gleichzeitig setzt sich am Arbeitsmarkt immer mehr eine rückläufige Tendenz bei den erstmaligen Anträgen auf Arbeitslosenunterstützung durch. Notenbanker rechnen mit zwischenzeitlichem Inflationsanstieg, vermeiden allerdings konkrete Handlungen. Die Märkte werden der aktuellen „Schau-ma-mal-Aussagen“ von Fed-Chair Jerome Powell langsam überdrüssig. Sie erwarten konkrete Handlungen in Form einer Zinskurvensteuerung. Doch Pustekuchen – Stattdessen werden alte Floskeln wiederholt und die Renditen der Staatsanleihen schießen am langen Ende erneu empor und bremsen die Aufwärtsdynamik der Aktienmärkte während Edelmetalle weiter unter Druck gerieten. Auf der geopolitischen Ebene eskalieren die Proteste gegen den Militärputsch in Myanmar. China erhöht seine Rüstungsausgaben und im Jemenkonflikt verhängten die USA Sanktionen gegen führende Houthi-Rebellen. Im Syrien-Konflikt feuerten indessen russische Kriegsschiffe drei Raketen ab und trafen einen Markt und Ölraffinieren nordöstlich von Aleppo. Der Syrienkonflikt ist teilweise zum Stellvertreterkrieg zwischen USA und Russland geworden.

Verarbeitendes Gewerbe/Industrie laufen auf Hochtouren: Die Umfrageergebnisse des Institute for Supply Management (ISM) unter Einkaufsmanagern des verarbeitenden Gewerbes brachten für Februar folgende Ergebnisse: Im Februar stieg der aus fünf Subindizes bestehende Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in den USA um 2,1 Prozentpunkte auf 60,8% und somit den höchsten Stand seit Februar 2018. Umgerechnet auf Wirtschaftswachstum wären dies annualisiert 5%. Stärke zeigten vor allem die Subindizes für Auftragseingänge und Produktion. Schon den 9. Monat in Folge sind die Auftragseingänge auf Expansionskurs. Im Februar kam es zu einem Anstieg um 3,7 Prozentpunkte auf 61,1%. Fünf der sechs größten verarbeitenden Sektoren zeigen hier Zuwächse. um das Wachstum der Exportauftragseingänge beschleunigte sich. Gleichzeitig stieg der ISM Prices Index um 3,9 Prozentpunkte auf 86%. Das ist der höchste Stand seit Juli 2008. Aluminium, Kupfer, Chemikalien, Stahl, petrochemische Produkte, Transportkosten, elektronische Komponenten und Holzprodukte verzeichneten alle rekordverdächtige Preisanstiege.

Durchwachsene Signale am Arbeitsmarkt:  Arbeitsmarktdaten zogen sich wie ein roter Faden durch diese Woche und trugen teilweise zum höheren Renditeniveau bei US-Treasuries und somit auf Umwegen bereits zu einer Verunsicherung des Aktienmarktes bei. Auf der anderen Seite herrscht noch Schwäche und Unterstützungsbedarf durch die Fed, wie der ADP National Employment Report mit einem noch relativ zaghaften Wachstum der Stellen in der Privatwirtschaft um lediglich 117.000 im Februar zeigte. Volkswirte erwarteten 210.000. Mittlere Unternehmen mit 50 bis 499 Mitarbeitern schufen mit 57000 per Saldo die meisten Jobs, der gesamte Service-Sektor sogar 131.000. Die erstmaligen Anträge auf Arbeitslosenunterstützung sind in der Woche endend mit 27. Februar gegenüber der Vorwoche von 736.000 auf 745.000 gestiegen, während Experten 750.000 erwarteten. Indessen waren die Folgeanträge auf Arbeitslosenunterstützung um 124.000 auf unter 4,3 Millionen rückläufig. Im Februar ging die Arbeitslosenquote von 6,3 auf 6,2% zurück, nachdem sie im Dezember 2020 noch immer bei 6,7% lag. Die gesamte Anzahl an Langzeitarbeitslosen (über 27 Wochen) ist mit 4,1 Millionen bzw. einem Anteil an der gesamten Arbeitslosigkeit mit 41,5% noch relativ hoch.

S&P 500: Stark positive Anpassung der Gewinnprognosen für Q1 21: Seit 31. Dezember 2020 (Stichtag: 5. März 2021) haben Analysten ihre aggregierten Gewinnschätzungen für die S&P 500 Unternehmen um 5,3% nach oben revidiert. In einem typischen Quartal senken Analysten im weiteren Verlauf ihre Prognosen – im Durchschnitt der vergangenen 15 Jahre sogar im Schnitt um 5,1%. Auch die Unternehmen sind optimistisch. 64%, also 60 von 94 Unternehmen, die einen Gewinnausblick auf das ersten Quartal 2021 veröffentlichten, haben einen positiven Ausblick verglichen mit einem 5-Jahres-Schnitt von nur 33%. Mittlerweile liegt laut FactSet das erwartete Gewinnwachstum in diesem Quartal bei 21,8% auf Jahresbasis. Diese positive Dynamik relativiert auch die aktuelle Bewertung. Die S&P-Werte haben nämlich ein 12-Monats-Forward-KGV von 21,1 (10-Jahres-Schnitt: 15,8). Doch erneut niedrige Zinsen und eine starke Wachstumsdynamik könnten den Markt weiter stützen und ein für heuer erwartetes Gewinnwachstum von 24,2% (steigende Tendenz) stimmt ebenfalls optimistisch.

Aktien - Europa

Verhaltene Gewinnerwartungen für die STOXX 600 Unternehmen im 4. Quartal 2020: Laut Refinitiv-Konsens sollten im vierten Quartal 2020 die Gewinne der Unternehmen bei 10,8 % Umsatzrückgang um 15,6% zurückgehen. Rechnet man den schwachen Energiesektor raus, dann bremsen sich Umsatz- und Gewinneinbruch auf je -5,3 % bzw. -10,5 %. Von den 228 Unternehmen, die bis 2. März Gewinne für das vierte Quartal veröffentlichten, zeigten 66,2% eine positive Gewinnüberraschung.

Leicht verbesserte Wirtschaftsstimmung: Der finale IHS Markit Composite Index Eurozone zeigt mit einem Anstieg um einen Punkt auf 48,8 Punkte eine leichte Verlangsamung der Talfahrt. Positiv zu werten ist auch, dass er 0,7 Punkte über dem Flash-Wert liegt. Was allerdings bestehen bleibt ist die Kluft zwischen Industrie und Servicesektor: Der Servicesektor erlitt bei Auftragseingang das siebte Minus in Folge und der Exportorderrückgang fiel so schwach aus wie seit einem Jahr nicht mehr. Die Situation auf den Punkt bringt Chris Williamson, Chef-Ökonom bei IHS Markit: „Mit dem vierten Wachstumsrückgang in Folge steuert die Eurozone auf eine Rezession mit zwei Talsohlen zu, wenngleich der leicht verlangsamte Abwärtstrend abermals verdeutlicht, dass die jetzige Rezession weitaus schwächer ausfallen dürfte als während der ersten Pandemie-Bedingten Krise im letzten Jahr.

Aktien - Schwellenländer / Asien

Chinas Exporte profitieren von Basiseffekten: China hat bereits in den Monaten Jänner und Februar 2020 einen Lockdown eingeleitet und die Wirtschaft hinuntergefahren. Nun ein Jahr später schreiben die Medien über ein ungewöhnlich starkes Exportwachstum von 60,6% in den ersten beiden Monaten 2021 gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Importe wären im 22,2% gestiegen, weshalb der Außenhandel im Jahresvergleich um 41,2% gewachsen wäre und somit die Expertenerwartungen übertraf.  Doch wenn man genauer hinsieht, so gelangt man zu der Erkenntnis eines entsprechend niedrigeren Ausgangsniveaus während des Lockdowns.

Anleihen

Ein gemischter Arbeitsmarkt steht einer starken Industrie gegenüber und auch das Ende der Lockdowns in Texas und Mississippi sind weitere konjunkturelle Lichtblicke. Die Folge US-Staatsanleihenrenditen steigen nach kurzer Verschnaufpause erneut weiter an. Vor allem das 1,9 Billionen Dollar Corona-Paket könnte in dieser Woche seine Schatten vorauswerfen. Partielle Warenknappheit bei Stärkung von Kaufkraft und Nachfrage befeuert kurzfristig die Inflation. Entsprechend sind die Inflationserwartungen gestiegen, zumal sich auch im Euroraum die Jahresteuerung im Februar auf 0,9% halten konnte. In den kommenden Monaten könnten Basiseffekte beim Ölpreis dies noch verstärken (Vorjahresmonate niedrigere Preis-Ausgangsbasis). Von den USA ausgehend kam noch eine Enttäuschung: Powell hat keinerlei Zinskurvensteuerung via Operation Twist (Verkauf kurzlaufender und Kauf langlaufender Anleihen) angekündigt, obwohl viele Marktteilnehmer darauf hofften. Ebenfalls sehr verhalten zeigt sich die EZB: Der griechische Notenbankchef befürwortet eine Beschleunigung der Geschwindigkeit der Anleihenkäufe im Rahmen des Pandemieprogrammes. Die EZB hingegen verdeutlicht, dass sie kein konkretes Renditeziel definieren will. Entsprechend wirkten sich diese Entwicklungen wie folgt auf die Staatsanleihenrenditen aus: Die Renditen zehnjähriger deutscher Bundesanleihen bleiben zwar fast unverändert bei 0,30%. Hingegen in den USA erreichten die Renditen zehnjähriger Treasuries wieder 1,57% und sie liegen bereits 40 Basispunkte binnen eines Monats im Plus. Noch krasser waren die Renditeanstiege in manchen Schwellenländern. In Mexiko stiegen die Renditen laufzeitkongruenter Staatstitel binnen eines Monats sogar um 71 BP auf 6,25%.

HY-Corporae Bonds - Das Ende der Fahnenstange: Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries sind infolge steigender Risikofreude der Anleger von 5,64 Prozentpunkte (24.09.20.) auf 3,42 Prozentpunkte (25.02.21) gesunken, Doch auf diesem Niveau waren bereits die langfristig erwarteten Kreditverluste nicht mehr abgedeckt. Mittlerweile folgte ein kleiner Anstieg auf 3,54 Prozentpunkte bis 4. März.

Edelmetalle und Rohstoffe

Renditeanstiege bzw. anhaltend höhere Renditeniveaus bei langlaufenden US-Treasuries führten zum Edelmetall-Ausverkauf: Vor allem Silber steht unter Druck und hat im Vergleich zu Gold noch entsprechenden Korrekturbedarf. Da jedoch einige wichtige Charttechnische Unterstützungen nach unten durchbrochen sind, drohen bei Gold, und somit auch bei Silber und Platin weitere Rückschläge. Hingegen der Ölpreis zeigt Stärke, nachdem die wichtigsten Produktionsländer ihre Förderdrosselung beibehalten.

Währungen

Ein besonderes Highlight der vergangenen Woche war die Dollarstärke, die auf steigende Zinsdifferenzen zwischen US-Dollar und Euro zurückzuführen ist. Auch ist die US-Konjunktur stärker als jene in Europa. Mit den hohen Rohstoffpreisen besonders auffällig stark im Plus sind der Kanadische und Australische Dollar. Indessen profitiert das britische Pfund von der Impfkampagne und Hoffnung auf „Wiedereröffnung“.  Auffallend schwach zeigt sich hingegen der Schweizer Franken. Wie der Einbruch des Goldpreises bereits zeigt, stehen derzeit Krisenwährungen nicht so hoch im Kurs.

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

08.03.2021

Japan: Führender Wirtschaftsindex

EUR: Sentix Investorenvertrauen

09.03.2021

Japan: BIP-Daten

EUR: BIP

USA: API wöchentlicher Rohöllagerbestand

10.03.2021

China: Inflationsdaten

USA: Inflationsdaten; 10-Jahres Note Auktion (gefährlicher Termin)

11.03.2021

EUR: EZB-Zinssatzentscheidung sowie Pressekonferenz der EZB

USA: Erstanträge Arbeitslosenunterstützung; Folgeanträge Arbeitslosenunterstützung, BIP

12.03.2021

UK: BIP und Industrieproduktion

EUR: Industrieproduktion

USA: Erzeugerpreise; Reuters/Uni Michigan Verbrauchervertrauen

PC Weekly KW 10

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Galt in der Vergangenen Woche als positiver Markttreiber

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

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