PC - Weekly 2020 KW 15

Marktdaten / Marktüberblick

Aktien – USA

Infrastrukturprogramm der US-Regierung nimmt Gestalt an: Joe Biden hat bereits ein 1,9 Billionen Dollar Corona-Rettungspaket mit knapper Mehrheit im Kongress durchgesetzt. Dieses sieht „Helikoptergelder“ von 1600 USD für zahlreiche Amerikaner sowie Hilfen für von Corona betroffenen Unternehmen vor – also ein schwerpunktmäßiges Sozialprogramm, dem nun ein 2,3 Billionen-Dollar-Infrastrukturprogramm folgen sollte. Alleine das wären bereits 11% des BIP im Jahr 2020 folgend auf 9,1% des BIP! Details des Infrastrukturprogrammes: 650 Mrd. USD sind für Transport, sprich Straßen, Schiene und Verkehr vorgesehen. Straßen und Autobahnen mit einer Länge von 20.000 Meilen genauso wie die Sanierung der Top 10 der wirtschaftlich bedeutendsten Brücken und 10.000 weiterer sind Punkte des Programms. Die Bundesausgaben für den öffentlichen Nahverkehr sollen sich auf 85 Mrd. USD verdoppeln. Für Flughäfen stehen 25 Mrd. USD zur Verfügung und 17 Mrd. USD für Binnenwasserstraßen, Häfen und Fähren sowie Investitionen gegen Luftverschmutzung in Häfen. 174 Mrd. USD fließen in den E-Automarkt, u.a. in Form von Zuschüssen beim Autokauf und dem Bau eines Netzes von 500.000 Ladestationen bis 2030. Dem Wohninfrastrukturbereich stehen voraussichtlich 650 Mrd. USD zur Verfügung. Est geht um Breitbandzugang für ländliche Gegenden, den Bau und die Renovierung von 2 Mio. Wohnungen und Krankenhäusern für Armeeveteranen und sauberes Wasser. Es sollen sämtliche Trinkwasserrohre aus Blei ersetzt werden, die noch in über 10 Millionen Haushalten stecken. Der Industrie, Weiterbildung, und Forschung stehen indessen 580 Mrd. USD zur Verfügung. 180 Mrd. Dollar gehen in Forschung und Entwicklung mit Schwerpunkt auf sauberer Energie und noch unbestimmte Anreize für Firmen, die in Kohlerevieren neue Jobs schaffen und die US-Lieferkette ausbauen. Die einheimische Halbleiterfertigung, in der derzeit Engpässe vorherrschen, sollte noch 50 Mrd. USD erhalten. Mit weiteren 15 Mrd. USD will Biden neue (Umwelt)Technologien u.a. Wasserstoff und eine neue Generation der Atomkraft fördern. Bereits kurz nach dem Wahlsieg Bidens kam es zu einer Kursexplosion bei den meist hochspekulativen Uranminen-Aktien, während sich Brennstoffzellenaktien im Wert vervielfachten. Eine weitere Folge – sollte sich das Infrastrukturprogramm durchsetzen – wären ein Bauboom und eine anhaltende Rohstoffknappheit. Aktien der Bereiche Bergbau, Baumaterialien, Stahlproduktion und Chemie sind auf der Gewinnerseite. Die Nebenwirkung sind indessen steigende Inflationsraten.

Starke Konjunktursignale aus Chicago Region: Der Aktivitätsindikator der Region Chicago, der Chicago Purchasing Managers Index, sprang im März gegenüber dem Vormonat von 59,5 auf 66,3 Punkte und markierte damit den höchsten Stand seit Juli 2018. Die Kontraktionsgrenze liegt bei 50 Punkten. Von den fünf Subindizes zeigte die Produktion den stärksten Zuwachs. Interessant ist, dass der Chicago PMI stark mit dem ISM Manufacturing Index korreliert.

Mehr neue Arbeitslose: In der Woche endend am 3. April stiegen die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung um 16.000 auf 744.000. Damit lag die Zahl über den Schätzungen von den durch Dow Jones befragten Volkswirten, die im Schnitt von 694.000 ausgingen. Die Fortlaufenden Anträge auf Arbeitslosenunterstützung waren jedoch um 16.000 auf 3,73 Mio. rückläufig. Durchaus starker Jobmarkt im März: Auf der anderen Seite wurden im März außerhalb der Landwirtschaft 916.000 neue Stellen geschaffen und die Arbeitslosenquote war von 6,2 auf 6,0% rückläufig verglichen mit 4,4% im März 2020. Hingegen die Zahl der Langzeitarbeitslosen stieg um 70.000 auf 4,218 Millionen binnen eines Monats.

S&P 500: Stark positive Anpassung der Gewinnprognosen für Q1 21: Seit 31. Dezember 2020 (Stichtag: 31. März 2021) haben Analysten ihre aggregierten Gewinnschätzungen für die S&P 500 Unternehmen um 6,5% nach oben revidiert. In einem typischen Quartal senken Analysten im weiteren Verlauf ihre Prognosen – im Durchschnitt der vergangenen 15 Jahre sogar im Schnitt um 5,1%. Auch die Unternehmen sind optimistisch. 64%, also 61 von 96 Unternehmen, die einen Gewinnausblick auf das ersten Quartal 2021 veröffentlichten, gaben einen positiven Ausblick verglichen mit einem 5-Jahres-Schnitt von nur 35%. Mittlerweile liegt laut FactSet das erwartete Gewinnwachstum im ersten Quartal 2021 bei 24,5% auf Jahresbasis. Ende Dezember ging der Analystenkonsens noch von 15,5% Zuwachs aus. Die durchschnittliche Gewinnwachstumsrate in den vergangenen fünf Jahren lag bei 3,8%. Die Nettogewinnmarge liegt mit 10,9% ebenfalls über historischen Durchschnitten. Diese positive Dynamik relativiert auch die aktuelle Bewertung. Die S&P-Werte haben nämlich ein 12-Monats-Forward-KGV von 22,4 (10-Jahres-Schnitt: 15,9). Eine starke Wachstumsdynamik könnte den Markt weiter stützen und ein für heuer erwartetes Gewinnwachstum von 26,3% (weiter steigende Tendenz) stimmt ebenfalls optimistisch.

Aktien - Europa

Gemischte Signale aus dem Euroraum: Die Arbeitslosenquote des Euroraums verharrte im Februar auf 8,3% mit einem marginalen Anstieg von 13,523 auf 13,571 Millionen Personen. Die höchste Arbeitslosenquote verzeichnete Spanien mit 16,1%, die niedrigste im Euroraum mit 3,6% die Niederlande. Die Arbeitslosenquoten wären ohne Kurzarbeit und diverse Sozialprogramme wesentlich höher. Nun beginnt ein Wettlauf zwischen Auslaufen dieser Programme und einem Hochfahren der Wirtschaft. Leider setzt sich derzeit noch der Lockdown durch. Die positive Seite ist jedoch ein Anstieg der Sparquote der privaten Haushalte in Q4 20 gegenüber dem Vorjahresquartal von 12,6 auf 19,8%. Somit ist ein Nachholen des eingeschränkten Konsums vorprogrammiert. Tourismusaktien nehmen diese Entwicklung bereits vorweg.

Gewinnschub im ersten Quartal erwartet: Laut Schätzungskonsens von Refinitiv sollten die Gewinne der STOXX 600 Unternehmen im ersten Quartal 2021 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 47,4% wachsen. Vor allem im Industriebereich und bei zyklischen Konsumgütern werden starke Gewinnsteigerungen erwartet. Das für das Gesamtjahr 2021 erwartete Gewinnwachstum beträgt 37,7%, wobei die stärksten Ertragsschübe im Energiesektor und bei zyklischen Konsumgütern stattfinden.

Aktien - Schwellenländer / Asien

Chinas Dienstleistungssektor wächst: Die offizielle Einkaufsmanagerindex für chinesische Firmen außerhalb der Produktion stieg von Februar auf März von 51,4 auf 56,3 Punkte. Die Kontraktionsgrenze liegt bei 50. Der Index der Geschäftsaktivitäten des Service-Sektors stieg sogar von 50,8 auf 55,3 Punkte, da sich die Wirtschaft im Eilzugstempo von der Pandemie erholt. Die Subindizes der Geschäftsaktivitäten in den Bereichen Eisenbahn- und Luftfracht, Telekommunikation und Satellitenübertragung, sowie im Finanzdienstleistungsbereich erreichten Werte von über 60. Die Geschäftserwartungen sind ausgesprochen positiv und günstige Witterungsbedingungen unterstützen die Bauwirtschaft.

Anleihen

Renditen auf höherem Niveau: Die Inflationserwartungen steigen und bezüglich eines Endes des aktuellen Zinszyklus gehen die Meinungen auseinander. Das Fed-Watch-Tool zeigt, dass die Futurespreise bis zur Fed-Entscheidung am 15. Dezember 2021 die Wahrscheinlichkeit, dass bis dahin eine erste Leitzinsanhebung stattfindet mit 11,3% bewerten. Noch vor einem Monat lag diese Wahrscheinlichkeit bei 4,2%. Fed-Chef Powell wiederholt im Prinzip wohin die Reise geht: Zunächst gehe es darum, die monatlichen Anleihenkäufe in Höhe von 120 Milliarden Dollar „allmählich“ einzuschränken. Doch noch gilt „business as usual“. Erste bei substanziellen Fortschritten auf dem Weg zu Vollbeschäftigung und Preisstabilität ist es so weit. Doch diverse Mitglieder des Offenmarktausschusses geben mitunter andere Kommentare ab, was die Renditen der US-Staatsanleihen immer wieder ansteigen lässt. Somit blieb die Rendite zehnjähriger US-Treasuries mit 1,66% (Vorwoche 1,68%) fast unverändert. Indessen bleibt die Geldpolitik der EZB noch stark expansiv. Allerdings stellt EZB-Direktorin Isabel Schnabel zur Ausgabenoptimierung eine flexible Steuerung der Anleihenkäufe in Aussicht. Fazit: Der Zenith der expansiven Geldpolitik ist offensichtlich überschritten. Die Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen stieg um 5 Basispunkte auf -0,30%, während auch die Staatsanleihenrenditen von Schwellenländern wie Brasilien und Mexiko Anstiege verzeichneten.

HY-Corporate Bonds - Das Ende der Fahnenstange: Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries sind infolge steigender Risikofreude der Anleger von 5,64 Prozentpunkte (24.09.20.) auf 3,21 Prozentpunkte (08.04.21) gesunken. Doch auf diesem Niveau sind bereits die langfristig erwarteten Kreditverluste nicht mehr abgedeckt. Das schreit förmlich nach einer Gegenbewegung. US-High Yields sind offensichtlich überbewertet!

Edelmetalle und Rohstoffe

Konsolidierung und Knappheit: Während die Edelmetalle weiterhin lustlos herumtümpeln, da höhere Anleihenrenditen die Dynamik bremsen, setzen die US-Holzpreise ihren Höhenflug weiter fort. Alleine in den vergangenen Wochen lag deren Anstieg bei 11,2%. Binnen 6 Monaten sind es 175% plus. Der Bau boomt und auch Industrieholz wird knapp. Kurzfristig wirkt sich noch die Suez-Kanal-Blockade auf eine Reihe anderer Rohstoffe aus.

Währungen

Der Euro setzte wieder zu einer Gegenbewegung zum USD an und wertete vergangene Woche rund 1,2% auf. Gegenüber dem Pfund lag das Plus sogar bei 2%, zumal es zu Unruhen in Belfast (Nordirland) kam. Fester zum Euro tendierte hingegen der Schweizer Franken, bei dem allgemein bekannt ist, dass er gegenüber dem Euro unter starkem Aufwertungsdruck steht. Indessen schwächt sich aufgrund von Unsicherheiten bezüglich der türkischen Inflationsentwicklung die Türkische Lira weiter ab. Ein Gipfeltreffen zwischen dem türkischen Präsidenten Erdogan und hochrangiger EU-Vertreter brachte offensichtlich an der Währungsfront keine nennenswerte Entspannung.

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

12.04.2021

EUR: Einzelhandelsumsätze
USA: Auktion 3- und 10jähriger Staatsanleihen

13.04.2021

China: Handelsbilanz, Importe, Exporte
EUR: ZEW Umfrage – Konjunkturerwartungen
USA: Inflationsdaten

14.04.2021

Japan: Maschinenbestellungen
EUR: Industrieproduktion
USA: Fed Powell Rede, Fed Beige Book;

15.04.2021

Japan: Investitionen in ausländische Anleihen

USA: Erstanträge Arbeitslosenunterstützung; Folgeanträge Arbeitslosenunterstützung, Einzelhandelsumsätze, Controlling des Einzelhandels; Philly Fed Herstellungsindex

16.04.2021

China: BIP, Industrieproduktion, Urbane Investition

EUR: Treffen der Eurogruppe, Inflationsdaten

USA: Baubeginne, Baugenehmigungen; Reuters/Uni Michigan Verbrauchervertrauen

 

 

 

Galt in der Vergangenen Woche als positiver Markttreiber

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

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