PC - Weekly 2021 KW 13

Marktdaten / Marktüberblick

Aktien – USA

3 Billionen Dollar oder über 14% der US-Wirtschaftsleistung zur Konjunkturbelebung: Während sich weltweit immer mehr Warenknappheit abzeichnet und die Industrie bereit vor der Unfall-Blockade des Suez-Kanals mit einer historisch betrachtet extremen Steigerung der Einkaufspreise konfrontiert ist, will die Regierung Bidens im Zuge von ökologisch orientierten Infrastrukturprogrammen das bisherige Corona-Programm von 1,9 auf 3 Billionen Dollar ausweiten. Gleichzeitig verstärken sich die Signale einer massiven Konjunkturerholung. Die steigenden Anleihenrenditen ausgehend von einem niedrigen Niveau sieht Fed-Chef, Jerome-Powell, laut seinen Aussagen vor dem Senat als Zeichen der Vorwegnahme eines konjunkturellen Aufschwungs. Noch bleibt die Geldpolitik förderlich, doch im weiteren Verlauf des Aufschwungs könnte es eines Tages wieder zum Aufflammen der Tapering-Debatte kommen. Mit Lieferverzögerungen wichtiger Güter durch die Blockade des Suez-Kanals verstärkt sich die Warenknappheit weiter und das Konjunkturprogramm Bidens ist ein weiterer Faktor: 1400 Dollar Helikoptergeld für Millionen US-Bürger, bezahlte Elternzeit und (Umwelt)Infrastruktur-Milliarden – Das riecht nach Konjunkturverstärker und Inflationstreiber. Gleichzeitig zeichnen sich rund um Myanmar Stellvertreterkonflikte ab. Das Militär ist von Russland und China ausgestattet, während der Westen hinter der Bevölkerung steht. Gleichzeitig nimmt der Menschenrechtsstreit China gegen USA und EU in der Uiguren-Frage seinen Verlauf. Hacker griffen-E-Mail Konten von US-Politikern an und die USA verdächtigen Russland. Für politischen Sprengstoff ist gesorgt!

Starke US-Privatwirtschaft: Der IHS Markit Flash U.S. Composite PMI Output Index, ein auf vorläufige Auswertung von Umfragen bei Industrie- und Dienstleistungsfirmen beruhender Aktivitätsindikator verzeichnete für März mit 59,1 Prounkten (Februar: 59,5 Punkte) noch immer das zweitschnellste Wachstum seit sechs Jahren. Wachstumsbremsen kommen nicht von der Nachfrageseite, sondern von einem begrenzten Angebot und Lieferengpässen. Lieferverzögerungen und Knappheit an Rohstoffen und Vorprodukten führten dazu, dass die Input-Kosten im März die stärkste Preissteigerung seit 10 Jahren erreichten. Doch die Aufträge im Privatsektor boomen weiter - so stark wie seit sechseinhalb Jahren nicht mehr. Dienstleister verkündeten die stärkste Nachfrage seit drei Jahren und die Exportaufträge privater US-Firmen stiegen den dritten Monat in Folge. Die Auftragsbestände im verarbeitenden Gewerbe markierten den höchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Mai 2007 nachdem die Auftragseingänge die stärkste Dynamik seit Juni 2014 erreichten. Das riecht gleichzeitig auch nach Inflation!

Durchwachsene Aufträge für langlebige Güter: Zwar erweitern Fabriken die Produktionskapazitäten, worauf auch im Februar ein jährlicher Zuwachs der Auftragseingänge für Investitionsgüter von 8,2% hindeutet, doch die allgemeinen Orders waren mit 3,4% Plus etwas verhalten, was teils auf ungünstige Witterungsbedingungen im Süden der USA zurückzuführen war. Noch schwächer waren die Auslieferungen mit 1,8%, was an der Schiffscontainer-Knappheit liegen könnte. Außerhalb des volatilen Rüstungsbereichs lag das Plus auf Jahresbasis bei 10,1%, während die Auftragseingänge für Investitionsgüter der Rüstung um 1% zurückgingen.

Weniger Arbeitslose, die Unterstützung brauchen: In der Woche endend 20. März 2021 fielen die Erstanträge auf 684.000, also erstmals seit Beginn der Pandemie unter die Marke von 700.000. Volkswirte gingen noch von 735.000 aus. Die fortlaufenden Anträge auf Arbeitslosenunterstützung waren um 264.000 auf 2,87 Millionen rückläufig, sind aber noch mehr als viermal so hoch wie vor Corona.

S&P 500: Stark positive Anpassung der Gewinnprognosen für Q1 21: Seit 31. Dezember 2020 (Stichtag: 26. März 2021) haben Analysten ihre aggregierten Gewinnschätzungen für die S&P 500 Unternehmen um 5,7% nach oben revidiert. In einem typischen Quartal senken Analysten im weiteren Verlauf ihre Prognosen – im Durchschnitt der vergangenen 15 Jahre sogar im Schnitt um 5,1%. Auch die Unternehmen sind optimistisch. 64%, also 60 von 94 Unternehmen, die einen Gewinnausblick auf das ersten Quartal 2021 veröffentlichten gaben einen positiven Ausblick verglichen mit einem 5-Jahres-Schnitt von nur 35%. Mittlerweile liegt laut FactSet das erwartete Gewinnwachstum in diesem Quartal (Q1 21) bei 23,3% auf Jahresbasis. Ende Dezember ging der Analystenkonsens noch von 15,5% Zuwachs aus. Diese positive Dynamik relativiert auch die aktuelle Bewertung. Die S&P-Werte haben nämlich ein 12-Monats-Forward-KGV von 21,6 (10-Jahres-Schnitt: 15,9). Eine starke Wachstumsdynamik könnte den Markt weiter stützen und ein für heuer erwartetes Gewinnwachstum von 25,4% (weiter steigende Tendenz) stimmt ebenfalls optimistisch.

Aktien - Europa

Verhaltene Gewinnerwartungen für die STOXX 600 Unternehmen im 4. Quartal 2020: Laut Refinitiv-Konsens sollten im vierten Quartal 2020 die Gewinne der Unternehmen bei 11,1 % Umsatzrückgang um 14,5% zurückgehen. Rechnet man den schwachen Energiesektor raus, dann bremsen sich Umsatz- und Gewinneinbruch auf je -5,6 % bzw. -9,3 %. Von den 277 Unternehmen, die bis 23. März Gewinne für das vierte Quartal veröffentlichten, zeigten 65,0% eine positive Gewinnüberraschung. Diese Quote liegt weit über dem langjährigen Schnitt von 51%.

Europäische Privatwirtschaft expandiert wieder: Der Flash Eurozone Composite Index Produktion, Aktivitätsindikator der Privatwirtschaft stieg von 48,8 Punkten im Februar wieder zurück in den Expansionsbereich (über 50 Punkte) von 52,5 Punkte und markierte dabei ein 8-Monatshoch. Der Flash Eurozone Index Industrieproduktion kletterte im März sogar von 57,6 auf ein Rekordhoch von 63 Punkten  (Spitzenwert seit Juni 1997). Angeführt wurde der Aufschwung der Industrie von der Rekordausweitung der Produktion in Deutschland sowie der höchsten Steigerungsrate in Frankreich und in den übrigen Ländern seit Jänner 2018. Der Dienstleistungssektor verringerte indessen seine Schrumpfung, befindet sich aber mit 48,8 Punkten (Februar 45,7 Punkte) im Kontraktionsbereich.

Aktien - Schwellenländer / Asien

Türkei droht Abwertungsspirale: Die Inflation kletterte in der Türkei bis Februar 2021 auf Jahresbasis von 12,4 auf 15,6% - ein Ergebnis des niedrigen Lira-Wechselkurses. Doch nachdem die Zentralbank ihren Leitzins um 2 Prozentpunkte auf 19% anhob, feuerte Präsident Erdogan den Chef der Notenbank. Es geht um Sicherung des Wachstums das für heuer mit 5% prognostiziert wäre. Im gleichen Ausmaß schrumpfte voraussichtlich die Wirtschaft im Vorjahr. Doch mit dem Eingriff des Präsidenten in die Geldpolitik könnte eine Abwertungs- und Inflationsspirale in Gang gesetzt worden sein. Alleine auf Wochenbasis hat nämlich der Euro zur Lira über 11% aufgewertet. In den vergangenen 5 Jahren sind es bereits 198%.

Anleihen

Renditen weiterhin im Aufwärtstrend: Ein marginaler Rückgang der Renditen zehnjähriger US-Treasuries um 4 Basispunkte (BP) auf 1,68%, während jene laufzeitkongruenter deutscher Bundesanleihen um 5 Basispunkte auf -0,35% zurückgingen, darf nicht von der aktuellen Grundtendenz ablenken und diese besagt: Die Konjunktur läuft an, Rohstoffe sind knapp und Inflationsraten werden steigen. Doch radikalen restriktiven Maßnahmen noch Einhalt gebieten hohe Arbeitslosenzahlen in den USA und Europa. Deshalb will die Fed Zinserhöhungen erst nach einer praktisch vollständigen Gesundung der Wirtschaft ins Auge fassen. Erste Leitzinsanhebungen erwarten die geldpolitischen Entscheidungsträger des Offenmarktausschusses der Fed im Konsens erst ab 2024. Doch die Futures Märkte sprechen laut Fedwatch-Tool bereits eine andere Sprache. Sie preisen die Wahrscheinlichkeit einer ersten Leitzinsanhebung bis zur Sitzung am 15. Dezember 2021 bereits mit 6,6% ein. In einem Radio-Interview zeigte Fed-Präsident Jerome Powell bereits wohin die Reise geht: Zunächst gehe es darum, die monatlichen Anleihenkäufe in Höhe von 120 Milliarden Dollar „allmählich“ einzuschränken. Doch noch gilt „business as usual“. Erst bei substanziellen Fortschritten auf dem Weg zu Vollbeschäftigung und Preisstabilität ist es so weit. Indessen bleibt die Geldpolitik der EZB noch stark expansiv. Allerdings stellt EZB-Direktorin Isabel Schnabel zur Ausgabenoptimierung eine flexible Steuerung der Anleihenkäufe in Aussicht. Fazit: Der Zenit der expansiven Geldpolitik ist offensichtlich überschritten.

HY-Corporate Bonds - Das Ende der Fahnenstange: Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries sind infolge steigender Risikofreude der Anleger von 5,64 Prozentpunkte (24.09.20.) auf 3,42 Prozentpunkte (25.02.21) gesunken, Doch auf diesem Niveau waren bereits die langfristig erwarteten Kreditverluste nicht mehr abgedeckt. Mittlerweile folgte ein Anstieg auf 3,53 Prozentpunkte bis 25. März.

Edelmetalle und Rohstoffe

Konsolidierung: Die höheren Anleihenrenditen und auch ein stärkerer Dollar sowie zwischenzeitliche Zurückhaltung spekulativer Anleger drücken auf dem Goldpreis, während der Silberpreis unter Druck geriet. Letzteres korreliert mit der Abschwächung diverser Industrierohstoffe. Hingegen infolge der Suez-Kanal-Blockade zogen die Erdgaspreise an und Anstiege bei diversen Raffinerieprodukten könnten folgen, denn die Sperre der wichtigen Handelsroute verknappt das Angebot.

Währungen

Die Eurozinsen blieben weitgehend niedrig, hingegen vor allem im Dollar gab es Zinsanstiege. Die USA stehen vor einer starken Erholung, Europa bleibt eher schwächlich. Somit ist eine Fortsetzung der US-Dollarstärke nicht weiter verwunderlich. Hingegen massiv unter Druck geriet die Türkische Lira infolge geldpolitischer Unsicherheiten und Inflationsängste. Hingegen der Brasilianische Real geriet wegen explodierender Corona-Opferzahlen und politischer Unsicherheiten unter Druck. Indessen stabil blieb die Krisenwährung Schweizer Franken, wobei die Devisenreserven der Schweiz infolge von Interventionen der SNB am Devisenmarkt massiv anstiegen. Lassen die Interventionen nach, droht eine massive Aufwertung des Frankens.

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

29.03.2021

Japan: BoJ Zsammenfassung der Meinungen
USA: Dallas Fed Herstellungsindex

30.03.2021

Japan: Einzelhandelsumsätze
EUR: Geschäftsklimaindex

31.03.2021

Japan: Industrieproduktion
China: NBS PMI Produktion; PMI nicht-verarbeitendes Gewerbe
USA: ADP Beschäftigungsänderung; Chicago Einkaufsmanagerindex
EUR: Inflationsdaten

01.04.2021

Japan: Tankan Herstellungsindex für große Firmen
USA: Erstanträge Arbeitslosenunterstützung; Folgeanträge Arbeitslosenunterstützung, ISM verarbeitendes Gewerbe

02.04.2021

USA: Arbeitsmarktdaten: Durchschnittliche Stundenlöhne u. Arbeitszeit, Erwerbsbeteiligungsquote, Nonfarm Payrolls

 

 

Galt in der Vergangenen Woche als positiver Markttreiber

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

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