PC - Weekly 2021 KW 4

Marktdaten / Marktüberblick

Aktien – USA

Stimulusprogramm und Wachstumsimpulse in der US-Wirtschaft: Es mehren sich die Gründe für ein Tapering und eine Leitzinswende, vor allem dann, sollte es der Regierung Bidens gelingen, den ehrgeizigen Impfplan von 100 Millionen Impfungen in den ersten 100 Tagen umzusetzen. Das 1,9 Billionen Dollar-Paket (8,9% des BIP) wird immer konkreter. Es winken Einmalzahlungen von 1.400 USD an die meisten Einwohner Die Bundes-Arbeitslosenunterstützung soll um 100 auf wöchentlich 400 USD angehoben und bis Ende September verlängert werden. 350 Mrd. USD stehen lokalen Verwaltungen zur Verfügung, die im jüngsten Paket nicht berücksichtigt waren. Gleichzeitig zeigte die wichtige Industrieregion Philadelphia Stärke und die neuen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung lagen unter den Expertenschätzungen. Die jüngsten Entscheidungen der Notenbanken Chinas und Japans sowie der EZB lösten diesmal keinerlei Turbulenzen aus. Doch es kamen neue Fragezeichen hinzu: Offensichtlich scheinen die beiden wichtigen Covid-19-Impfstoffhersteller Pfizer/Biontech und AstraZeneca Lieferschwierigkeiten zu haben, während in den USA bereits insgesamt 25 Millionen Einwohner an Corona erkrankt sind. Erste bundeseinheitliche Sicherheitsmaßnahmen wie Maskenpflicht hat Biden bereits angeordnet. Doch angesichts der Mutationen aus UK und Brasilien sind größere Lockdowns auch in den USA denkbar. In Europa werden die Lockdowns zunehmends verschärft. Hinzu kommen noch geopolitische Spannungen zwischen China und Taiwan nachdem ein chinesisches Militärflugzeug in den taiwanesischen Luftraum eindrang. Offensichtlich möchte China die Grenzen der neuen US-Regierung austesten. Darüber hinaus sind erneute Grenzkonflikte zwischen Indien und China eskaliert.

Geschäftsklima in der Region Philadelphia hellt auf: Unerwartet stark sind die vom Philly-Fed-Index gemessenen wirtschaftlichen Aktivitäten der Region Philadelphia im Jänner 2021. Der Indikator der regionalen Notenbank stieg von 9,1 auf 26,5 Punkte, während Volkswirte im Schnitt nur mit einem Anstieg auf 11,8 Punkte rechneten. Allerdings ist das Ausgangsniveau im Dezember wegen der hohen Anzahl an Corona-Neuinfektionen niedriger gewesen.

US-Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung leicht besser als erwartet: Die US-Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung gingen gegenüber der Vorwoche von 926.000 auf 900.000 zurück und lagen unter der offiziellen Prognose von 910.000. Auch die fortgesetzten Anträge liegen mit 5,054 Millionen niedriger als die prognostizieren 5,50 Millionen.

S&P 500: Überschaubarer Gewinnrückgang: Im vierten Quartal 2020 hat sich der Gewinnrückgang bei 0,7% Umsatzwachstum auf -4,7% verlangsamt. Für das Gesamtjahr 2020 lag bei 1,5% Umsatzrückgang der Gewinneinbruch bei 12,3%. Für das Jahr 2021 sind Analysten optimistisch gestimmt: Bei 8,3% Umsatzwachstum soll der Gewinnanstieg 22,6% betragen. Allerdings liegt das 12-Monats-Forward-KGV mit 22,5 weit über seinem 10-Jahres-Durchschnitt von 15,7.

IBM enttäuscht: Die Aktie es IT-Konzerns IBM brach im Wochenverlauf um 7,7% ein. Ursache: Der Umsatz lag im vierten Quartal unter den Erwartungen der Anleger, während beim Gewinn sogar positiv überrascht wurde: Bei Umsatzrückgang um 6,5% auf 20,4 Mrd. USD sank der Gewinn von 3,67 auf 1,36 Mrd. USD, auch wegen Sonderbelastungen von ca. 2 Mrd. USD. Der bereinigte Gewinn je Aktie aus dem fortgeführten Geschäft belief sich aber auf 2,07 Dollar. Analysten hatten im FactsSet-Konsens mit 1,81 Dollar gerechnet. Die Ergebnisse im Cloud Geschäft hinkten deutlich den Erwartungen hinterher. Durch Restrukturierungsmaßnahmen, wie Überführung des Bereiches Managed Infrastructure Services in eine neue Firme und Abbau von ca. 10.000 Stellen in Europa, soll wieder Ertragswachstum ins Spiel kommen:  Für heuer peilt Big Blue einen bereinigten Cash Flow von 11 bis 12 Mrd. USD an und 2022 soll dieser bereits auf 12 bis 13 Mrd. USD steigen.

Aktien - Europa

Privatwirtschaft auf Talfahrt: Die Vorab-Auswertung von Umfragedaten bei Produktions- und Dienstleistungsunternehmen des Euroraums ergab ein düsteres Bild: Der IHS Markit Flash Eurozone Composite Index Produktion fiel von 49,1 Punkte im Dezember im Jänner weiter in den Kontraktionsbereich (unter 50 Punkte) von 47,5 Punkten. Während die Industrieproduktion mit der niedrigsten Rate seit Beginn des jüngsten Aufschwungs ausgeweitet wurde, erlitt der Service-Sektor einen starken Geschäftsrückgang. Zudem verzeichnete er das sechste Auftragsminus in Folge. Zwar war in der Industrie das Produktionswachstum au 7-Monatstief, trotzdem gab es einen anhaltenden kräftigen Auftragszuwachs. Indessen verzeichneten die Einkaufspreise (per Saldo) den stärksten Anstieg seit 2 Jahren. Folgende Einschätzung der Lage durch Chris Williamson, Chefökonom bei IHS Markit bringt es auf den Punkt: „Dass die Eurozone vor einer doppelten Rezession steht, scheint angesichts verschärfter Restriktionen zur Eindämmung der Corona-Pandemie, mit denen die Unternehmen zu kämpfen haben, immer unausweichlicher“.

Verhaltene Gewinnerwartungen für die STOXX 600 Unternehmen im 4. Quartal 2020: Laut Refinitiv-Konsens sollten im vierten Quartal 2020 die Gewinne der Unternehmen bei 9,7 % Umsatzrückgang um 26,2% zurückgehen. Rechnet man den schwachen Energiesektor raus, dann bremsen sich Umsatz- und Gewinneinbruch auf je -4,3 % bzw. -22,2 %. Seit seinem Tief am 24. November 2020 geht der Erwartungstrend wieder nach oben. Für das Gesamtjahr 2020 rechnen Analysten mit einem Gewinneinbruch um 35,7 % im STOXX 600 und -39,5 % in der Eurozone. Einziger Wachstumssektor im Euroraum sind die Versorger, deren Gewinne um 8,5 % wachsen könnten, während die Gewinne im zyklischen Verbraucherproduktbereich um 71,4 % einbrechen sollten. Dieser Pessimismus kann allerdings Nährboden für positive Gewinnüberraschungen sein. Allerdings hängt viel von Coronazahlen, Impfstoffen und Lockdowns ab.

Aktien - Schwellenländer / Asien

Wachstumsbeschleunigung: Die laufenden Daten im vierten Quartal deuteten bereits auf einen Wachstumsimpuls hin. Doch vom 3. auf das 4. Quartal hat sich das BIP-Wachstum von 4,9 auf 6,5% beschleunigt. Im Gesamtjahr 2020 lag das BIP-Wachstum bei 2,3% (Q1 erlitt China noch BIP-Schrumpfung). Damit wäre China 2020 die einzige größere Volkswirtschaft, die noch ein Wachstum aufweist. Problematisch ist nach wie vor der Einzelhandel, dessen Umsätze im Gesamtjahr um 3,9% rückläufig waren. Erst staatliche Maßnahmen erwirkten aber im Dezember auf Jahresbasis ein Umsatzplus

Anleihen

Orientierungslosigkeit: Noch kauft die Fed monatlich Assets im Volumen von 120 Mrd. Dollar auf. Das geplante Stimulus Programm in Höhe von 1,9 Billionen Dollar verunsichert. Wer soll das bezahlen? – Die Angst vor einer langfristigen Ratingverschlechterung triebe die Renditen nach oben. Auf der anderen Seite explodieren die Corona-Zahlen weltweit. Selbst ein Lockdown in den USA ist möglich. Genauso wie der Goldpreis sind nun die 10jährigen Treasuries in einer Seitwärtsrange gefangen. 1,08% war der letzte Renditestand. Auch in Europa geht derzeit nicht viel weiter. Die EZB-Entscheidung brachte keine Neuigkeiten und galt somit als Non-Event. Umso spannender wird diese Woche am Mittwoch Fed-Entscheidung. Doch auch die Fed könnte enttäuschen und zur vorübergehenden Passivität neigen, zumal der Druck seitens Ex-Präsident Trump nun fehlt, dem die Zinsen nicht niedrig genug sein konnten. Ebenfalls an der Stelle treten die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen mit -0,54%. Die Inflationserwartungen sind allerdings weltweit gestiegen – und das in einem Szenario, das wohl eher für Deflation spricht. Noch stützen Staaten die Wirtschaft. Aber dieses Geld ist nicht unbegrenzt vorhanden und sobald diese Maßnahmen aufhören drohen Pleitewellen und ein erneuter Anstieg der Arbeitslosigkeit. Auf der anderen Seite herrscht die Angst vor einer Normalisierung des Zinsgefüges infolge eines durch Impfkampagnen erzielten neuen Aufschwungs (Ende der Lockdowns). Genau aus diesem Spannungsfeld resultiert die aktuelle Seitwärtsbewegung bei hochwertigen Staatsanleihen.

HY-Corporate Bonds mit weiter rückläufigen Risikoaufschlägen: Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries sind infolge steigender Risikofreude der Anleger von 5,64 Prozentpunkte (24.09.20.) auf 3,65 Prozentpunkte (14.01.21) gesunken. Auf Wochenbasis lag der Rückgang bei 8 Basispunkten. Es herrscht bei den Spreads ein klarer Abwärtstrend. Die von Fitch verfolgte durchschnittliche Ausfallsrate bei US-HY-Bonds lag im gleitenden 12-Monatsschnitt Ende Oktober 2020 bei 5,5%. Die für 2021 erwartete Bandbreite liegt zwischen 5 und 6%. Angesichts dieser Tatsachen und langfristig erwarteter Kreditverluste von ca. 37% sollte bald bei den Spreads der Boden erreicht sein. Eine Korrektur ist bald fällig, spätestens bei Spreads von unter 3,5 PP.

Edelmetalle und Rohstoffe

Durchwachsene Woche: Während Industriemetalle aufgrund von Konjunkturhoffnungen quer durch die Bank noch leicht anstiegen, standen Agrarprodukte auf breiter Front unter Druck: Die Preise für Mais und Sojaprodukte sind rund 6 bis 8 Prozent im Minus. Ausreichender Niederschlag für gute südamerikanische Ernten veranlasste Terminspekulanten bei Mais und Sojabohnen ihre Longpositionen massiv abzubauen. Gold und Silber tendieren indessen im Einklang mit Dollarkurs und Dollarzinsen seitwärts.

Währungen

Der US-Dollar könnte mit steigenden Dollarzinsen wieder attraktiver werden. Allerdings ist der weitere Zinstrend keine ausgemachte Sache. Es gibt viele Unsicherheitsfaktoren, wie z.B. die neuen Corona-Mutationen. Stabil zeigte sich der Franken zum Euro, während der Yen wieder leicht abschwächte. Auffallend schwächer waren zuletzt die Carrytrade-Anlagewährungen Brasilianischer Real, Russischer Rubel und Südafrikanischer Rand. Wegen einer neuen geldpolitischen Strategie indessen Stabilisierungstendenzen zeigt die Türkische Lira.

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

25.01.2021

USA: Präsident Biden Rede; Chicago Fed nationaler Aktivitätsindex
EUR: Rede von EZB Präsidentin Lagarde

26.01.2021

UK: Arbeitsmarktdaten
USA: Verbrauchervertrauen Conference Board, Immobilienpreisindex;

27.01.2021

Japan: Führender Wirtschaftsindex
USA: Fed Geldpolitische Entscheidung; Auftragseingänge für langlebige Güter; Nicht militärische Investitionsgüter Aufträge ohne Flugzeuge; FOMC-Pressekonferenz

28.01.2021

Japan: Einzelhandelsumsätze
EUR: Geschäftsklimaindex
USA: Erstanträge Arbeitslosenunterstützung; Folgeanträge Arbeitslosenunterstützung, BIP annualisiert, Persönliche Konsumausgaben, Staatsanleihen-Auktion

29.01.2021

Japan: Industrieproduktion, Arbeitslosenquote
USA: Chicago Einkaufsmanagerindex; Privatausgaben, Reuters/Uni Michigan Verbrauchervertrauen, Persönliches Einkommen

Galt in der Vergangenen Woche als positiver Markttreiber

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

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