PC - Weekly 2021 KW 51

Marktdaten / Marktüberblick

Aktien – USA

Geldpolitische Straffung trotz Omikron-Variante: Niederlande verhängen Lockdown über Weihnachten und London rief wegen der neuen Corona-Mutation den Notstand aus, während die geldpolitische Straffung ihren Verlauf nimmt: Nachdem die Inflationsrate in den USA im November mit 6,8% den höchsten Stand seit fast 40 Jahren erreichte, beschloss die Fed, ihre Anleihenkäufe doppelt so schnell als ursprünglich geplant zu drosseln. Mitte März läuft somit das Programm bereits aus. Gleichzeitig gehen die Experten der Fed längerfristig auch von einer Normalisierung der Leitzinsen aus. Nach 2024 erwarten sie 2,5 %. Die Fed Fund Rate, die heuer zwischen 0 und 0,25 % liegt, sollte laut Schätzungskonsens (Medianwert) 2022 auf 0,9 % und in den darauffolgenden Jahren auf je 1,6 bzw. 2,1 % steigen. Sowohl die Fed als auch EZB haben ihre Inflationserwartungen nach oben geschraubt. Gleichzeitig mehren sich vor allem im Industriebreich der USA die Abschwungsignale, während der Jobmarkt zuletzt scheinbar starke Signale gab: In den USA ist die Arbeitslosenquote im November bereits um 0,4 Prozentpunkte auf 4,2 % gesunken und auf Jahressicht ging die Zahl der Arbeitslosen von 10,73 auf 6,88 Millionen Einwohner zurück und die Stundenlöhne sind im November bereits im Schnitt um 4,8 % auf 31,03 USD gestiegen. In nächster Zeit ein wichtiges Diskussionsthema bleiben die Zeitpunkte der Leitzinswenden in den USA und Europa. Anderswo sind bereits die Leitzinsen im Steigen, nämlich in Australien, Neuseeland und quer durch Osteuropa. Nun zog auch die Bank of England nach, indem sie angesichts einer Inflationsrate von über 5 % ihren Leitzins (Bank Rate) um 0,15 Prozentpunkte auf 0,25 % anhob – und dies trotz Ausbreitung der Omikron-Variante.

Abkühlungstendenzen in der US-Wirtschaft: Der von IHS Market erhobene Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft (Industrie und Dienstleistung fiel von 57,2 auf 56,9 Punkte. Die Vorabauswertung des von IHS Markit für die US-Privatwirtschaft am 16. Dezember veröffentlichten Einkaufsmanagerindex zeigt, dass die neuen Auftragseingänge im Produktionssektor die schwächste Wachstumsdynamik seit Oktober 2020 aufweisen.  Gleichzeitig hat sich im Dezember das Geschäftsklima in der Region Philadelphia eingetrübt: Der Indikator der regionalen Notenbank für die Industrie (Philly-Fed-Index) sank um 23,6 auf 15,4 Punkte, während Volkswirte noch mit 29,1 Punkten rechneten.

Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung auf niedrigem Niveau: Die Arbeitsmarktdaten sind zuletzt so stark, dass die Fed geldpolitisch zurückrudert. Die Lohninflation läuft an. Umso sensibler werden da die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung. Diese sind in der vergangenen Woche um 18.000 auf 206.000 gestiegen, nachdem sie aber in der vorangegangenen Woche auf den niedrigsten Stand seit 1969 gefallen waren.

Nachlassende Gewinnwachstumsdynamik im S&P:  Bis zum 17. Dezember 2021 kristallisierte sich heraus, dass sich in den ersten zweieinhalb Monaten des vierten Quartals die Analystenprognosen für das laufende Quartal erstmals seit dem zweiten Quartal 2021 nicht mehr erkennbar verbesserten. Die Bottom-Up-Schätzung für die S&P 500 Werte wuchs nur noch um 0,4%. Der Wert liegt aber noch unter dem 10-Jahres-Schnitt von minus 3,6% über ein gesamtes Quartal hinweg. Allerdings liegt die erwartete Gewinnwachstumsrate mit 21,3% noch weit über den 5-Jahres-Durchschnitt von 13,7%. Die Vorschau der Unternehmen liegt indessen im Bereich des Normalen: 57 S&P 500 Firmen gaben negative Gewinnvorschauen ab, denen 38 positive gegenüberstanden. Mit 60% liegt der Anteil an Firmen mit negativem Ausblick im 5-Jahres-Schnitt. Im Gesamtjahre sollten sich laut FactSet die Gewinnzuwächse auf 9,2% (2021: +45,1%) verlangsamen Ein 12-Monats-Forward-KGV von 21,2 (10-Jahres-Schnitt: 16,6) erscheint zurzeit bereits etwas ambitioniert, zumal eine Preis-Kosten-Schere steigendes Gefahrenpotenzial darstellt.

Aktien - Europa

Wirtschaftsaktivitäten im Euroraum auf 9-Monats-Tief: „Corona-Welle beutelt Servicesektor und drückt Wachstumsrate der Eurozone auf 9-Monatstief, aber Preisdruck lässt nach“, so die Headline zur jüngsten Vorabauswertung der von 6. Bis 14. Dezember durchgeführten Unternehmensberfragungen von IHS Markit, deren IHS Markit Flash Eurozone Composite Index Produktion binnen Monatsfrist um 2 Punkte auf 53,4 Punkte und somit den niedrigsten Wert seit März 2021 fiel. Epizentrum der Schwäche ist der Dienstleistungssektor, der unter erneuten Lockdown-Maßnahmen leidet. Die Geschäftstätigkeit im Servicesektor fiel auf ein 8-Monats-Tief, während jene der Industrie ein 10-Monats-Tief erreicht hat. In Deutschland kam sogar das Wachstum wegen des ersten Minus im Auftragseingang für Güter und Dienstleistungen seit Juni 2020 zum Erliegen, womit der 17-monatige Aufschwung endete. Die stärkeren Produktionszuwächse in der Industrie überkompensierte die Schwäche des Service-Sektors. Der gesamte Auftragseingang im Euroraum erreichte in der Privatwirtschaft den schwächsten Zuwachs seit 9 Monaten, wofür primär der Servicesektor verantwortlich ist.

Gewinnüberraschungen besonders stark im dritten Quartal, aber: Laut Schätzungskonsens von Refinitiv sollten die Gewinne der STOXX 600 Unternehmen im dritten Quartal 2021 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 61,3% wachsen, was schon eine deutliche Verlangsamung gegenüber dem Wert vor 2 Wochen (über 68%) darstellt. Die stärksten Zuwächse werden im Energiesektor, bei Industriewaren und Grundstoffen erwartet. Von den 294 Firmen die Gewinne für das dritte Quartal 2021 veröffentlichten, meldeten 63,4% Gewinne über den Analystenschätzungen, verglichen mit 52% in einem typischen Quartal. Allerdings wird ab dem ersten Quartal 2022 eine signifikante Wachstumsverlangsamung erwartet. Im 2. Quartal 2022 sollten im STOXX 600 bei 9,9% Umsatzplus die Gewinne nur noch 8,9% wachsen.

Aktien - Schwellenländer / Asien

Industrieproduktion Chinas gesteigert: Nachdem die Stromknappheit in China beseitigt ist, konnte die Produktion wieder hochfahren. Die Industrieproduktion stieg im November gegenüberüber dem Vorjahresmonat um 3,8%, während die Einzelhandelsumsätze nur noch um 3,9% wuchsen.

Türkische Notenbank senkt Leitzinsen:  21,3% Inflation infolge der schwachen Türkischen Lira – trotzdem senkte die Notenbank den Leitzins von 15 auf 14%. Gleichzeitig wurden die Mindestlöhne massiv angehoben. Weitere Inflationsschübe sind vorprogrammiert. Ob infolge der Währungsabwertung ein Tourismusboom einsetzen wird, bleibt infolge der Pandemie fraglich.

Anleihen

Restriktive Schritte der Notenbanken eingepreist: Zwar sprechen vereinzelte Wirtschaftsdaten für baldige Leitzinsanhebungen in den USA, während die Bank of England ihren alten Zinszyklus vergangene Woche mit einer minimalen Leitzinsanhebung um 15 BP beendete.  Nimmt man die aus den Fed-Fund Futures-Preisen abgeleiteten Wahrscheinlichkeiten des CME FedWatch Tool, dann liegt die Wahrscheinlichkeit einer ersten Leitzinsanhebung in der Fed-Sitzung vom 4. Mai 2022 bereits bei 64,9 %. Noch vor einem Monat waren es nur 37,5 %. Im Soge der Fed könnte auch die EZB in punkto Leitzinsschritten in den kommenden Jahren in Zugzwang geraten. Doch bis dato hält sich die EZB mit Zinsanhebungen noch zurück und beendet bis März einmal die Pandemie-Ankäufe. Auf Monatsbasis waren die Renditen zehnjähriger deutscher Bundesanleihen sogar um 4 BP auf -0,39% rückläufig. In den USA waren es bei laufzeitkongruenten Treasuries im gleichen Zeitraum sogar Renditerückgänge um 16 BP auf 1,39%. Die Reaktion auf die jüngsten geldpolitischen Entscheidungen waren in den USA sogar leicht rückläufige Staatsanleihenrenditen. Interessant ist, dass weltweit auf breiter Front sich derzeit die Staatsanleihenrenditen rückläufig entwickeln. Trotz Leitzinsanhebungen gilt dies auch für Australien und Neuseeland. Das bedeutet, dass der neuen Virusvariante entsprechendes Gewicht gegeben wird.

HY-Corporate Bonds - Das Ende der Fahnenstange?: Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries sind infolge steigender Risikofreude der Anleger zwischenzeitlich auf ein Niveau gesunken,  das nur noch globale Ausfallsraten von weniger als 2% einpreist. Doch konjunkturelle Risiken steigen. So kam es dann auch vor zwei Wochen zur Ausweitung des Spreads von 3,19 auf 3,54 Prozentpunkte (2.12.21) ehe bis 16.12.21 wieder ein Rückgang auf 3,32 PP folgte.

Edelmetalle und Rohstoffe

Rohstoffe unter Druck: Ein starker Dollar, steigende Leitzinsen bzw. Erwartungen steigender Leitzinsen in Kombination mit der Omikron-Mutation üben per Saldo Druck auf die Preise für Industrierohstoffe aus. Zinsängste bremsen indessen eine mögliche Erholung der Edelmetallpreise

Währungen

Ruhige Woche an den Devisenmärkten: Offensichtlich waren die jüngsten Notenbankentscheidungen weitgehend eingepreist. Entsprechend ruhig verhielten sich die wichtigsten Währungspaare. Hingegen gegenüber der Türkischen Lira ist der Euro innerhalb einer Woche um 28% gestiegen. Diese Entwicklung birgt bereits die Gefahr der Hyperinflation in sich. Die Verhaltensmuster der einheimischen Bevölkerung vor den Wechselstuben weckt bereits Erinnerungen an Venezuela und Zimbabwe.

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

20.12.2021

China: Zinssatzentscheidung der Zentralbank
USA: Auktion 6-monatiger T-Bills

21.12.2021

EUR: Verbrauchervertrauen
USA: Auktion 20-jähriger Staatsanleihen; API Rohöllagerbestand,

22.12.2021

Japan: BoJ Geldpolitik Sitzungsprotokoll
UK: BIP
USA: BIP-Daten, Persönliche Konsumausgaben, Chichago Fed nationaler Aktivitätsindex; Verbrauchervertrauen Conference Board

23.12.2021

Japan: Führender Wirtschaftsindex
USA: Erstanträge Arbeitslosenunterstützung, Folgeanträge Arbeitslosenunterstützung, Auftragseingänge langlebige Güter, Nicht militärische Investitionsgüter Aufträge ohne Flugzeuge; Reuters/Uni Michigan Verbrauchervertrauen,

24.12.2021

Japan: Inflationsdaten

Galt in der Vergangenen Woche als positiver Markttreiber

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

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