PC - Weekly 2021 KW 8

Marktdaten / Marktüberblick

Aktien – USA

Die Inflation kehrt zurück und steigende Anleihenrenditen bremsen die Aktienperformance: Der Empire-State-Index, einer von mehreren regionalen konjunkturellen Frühindikatoren zeigt eine Aufhellung der Industriestimmung. Hinzukommen starke Einzelhandelsumsätze als Folge des Helikoptergeldes der US-Regierung. Das sind Rahmenbedingungen, die für Inflation sprechen, zumal weltweit noch nicht alle Produktionskapazitäten hochgefahren sind, die Ölpreise sowie diverse Industrierohstoffe gestiegen sind und mittlerweile die Teuerungswelle sich quer durch die Wertschöpfungskette den Weg zu den Verbrauchern bahnt. Sie sind in den USA die Erzeugerpreise im Jänner bereits um 1,3 % gestiegen. Das ist die stärkste Zunahme seit Dezember 2009. Volkswirte haben nur 0,4% erwartet. Inflationsängste nehmen überhand vor allem im Zusammenhang mit dem neuen 1,9 Billionen-Dollar Konjunkturprogramm. In der Folge sind die Renditen für zehnjährige US-Treasuries bereits auf über 1,35% gestiegen – also im Wochenverlauf um rund 15 Basispunkte. Das belastet bereits die Aktienmärkte. Vor allem im Technologiesektor könnte eine Korrektur begonnen haben. Obwohl US-Präsident, Joe Biden eine Abkehr vom Protektionismus in Aussicht stellt, bleibt der Druck auf China vorerst weiter. Die Einfuhrzölle auf chinesische Güter bleiben vorerst gleich. Erst nach umfassenden Analysten will Finanzministern Janet Yellen über konkrete Maßnahmen sprechen.

Boomender Einzelhandel im Jänner: Die US-Regierung leistete im Rahmen des Stimulus-Pakets fast jedem Haushalt Direktzahlungen von 600 Dollar. Dies beflügelte die Einzelhandelsumsätze, die im Jänner gegenüber dem Vormonat um 5,3% stiegen (Markterwartung: 1,2%). Gegenüber Dezember 2020 ist es sogar ein Plus von 7,4%. Autos und Autoersatzteile brachten es auf Jahresbasis sogar auf ein Plus von 13%. Noch stärkere Zuwächse gab es bei Sport- und Freizeitartikel und im Bereich Bau und Garten mit je 22,5 bzw. 19%.

Arbeitsmarkt stagniert auf niedrigem Niveau: Nicht ganz so ins positive Bild passen aktuell die Arbeitsmarktdaten in den USA. Vor der Corona-Krise haben die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung nie die Marke von 700.000 überschritten – selbst in der Finanzkrise 2008/09 nicht. Nun bleibt ein hoher Pegel an Arbeitslosigkeit. In der vergangenen Woche stiegen die Initial Claims um 13000 auf 861.000. Da viele Einwohner der USA die aktive Arbeitssuche aufgaben war im Jänner die Arbeitslosenquote von 6,7 auf 6,3% rückläufig. Insgesamt wurden im Jänner nach einem Stellenrückgang im Dezember 49.000 Jobs geschaffen. Per 30. Jänner erhielten in den USA 18,3 Mio. Einwohner Arbeitslosenunterstützung (Vorwoche 19,7 Mio.). Doch seit Februar 2020 gingen per Saldo in den USA fast 10 Mio. Stellen verloren.

S&P 500: Stark positive Gewinnüberraschungen: 83% der S&P 500 Unternehmen gaben per 19. Februar ihre Gewinne für das vierte Quartal 2020 an: Davon meldeten 79% Gewinne über den Analystenschätzungen, was über dem 5-Jahres-Schnitt von 74% liegt. Bleibt dieser Wert erhalten, dann wären dies die drittstärksten positiven Gewinnüberraschungen seit 2008 (Beginn der Aufzeichnungen). Aggregiert betrachtet veröffentlichten die Unternehmen Gewinne, die 14,6% über den Schätzungen lagen (vgl. mit 5-Jahres-Schnitt von +6,3%). Angesichts dieser positiven Gewinnüberraschungen wäre dies im vierten Quartal im S&P 500 ein Gewinnwachstum von 3,2% und somit das erste Wachstumsquartal seit dem vierten Quartal 2019. Noch Ende Dezember rechneten Analysten laut Konsens von FactSet mit einem Gewinneinbruch um 9,3%. Doch die positive Entwicklung geht weiter, denn die Unternehmen selbst blicken ebenfalls positiv in die Zukunft, was sich wie folgt äußert: 63%, also 53 von 84 Unternehmen, die einen Gewinnausblick auf das ersten Quartal 2021 veröffentlichten gaben, einen positiven Ausblick verglichen mit einem 5-Jahres-Schnitt von nur 33%. In diesem Kielwasser haben auch Analysten im vergangenen Monat ihre Gewinnprognosen für Q1 21 um 3,5% nach oben revidiert – übrigens die stärkste Aufwärtsrevision in einem ersten Monat des Quartals seit Q1 18. Dies relativiert auch die auf erstem Blick sehr hohe Bewertung des Aktienmarktes. Die S&P-Werte haben nämlich ein 12-Monats-Forward-KGV von 22,1 (10-Jahres-Schnitt: 15,8). Doch niedrige Zinsen und eine starke Wachstumsdynamik könnten den Markt weiter stützen.

Aktien - Europa

Verhaltene Gewinnerwartungen für die STOXX 600 Unternehmen im 4. Quartal 2020: Laut Refinitiv-Konsens sollten im vierten Quartal 2020 die Gewinne der Unternehmen bei 10 % Umsatzrückgang um 19,9% zurückgehen. Rechnet man den schwachen Energiesektor raus, dann bremsen sich Umsatz- und Gewinneinbruch auf je -4,5 % bzw. -14,9 %. Von den 148 Unternehmen, die bis 16. Februar Gewinne für das vierte Quartal veröffentlichten, zeigten 66,2% eine positive Gewinnüberraschung.

Industrie der Eurozone läuft auf Hochtouren und kompensiert schwachen Service-Sektor: Per Saldo ist der IHS Markit Flash Eurozone Index Produktion noch im Kontraktionsbereich unter 50 Prunkte, doch von Jänner auf Februar zeigt die Vorab-Auswertung von Umfragen unter Industrie- und Dienstleistungsunternehmen eine leichte Erholung von 47,8 auf 48,1 Punkte. Die Leitwirtschaft Deutschland führt die Ausweitung der Produktion an. Die Industrie verzeichnet ein 4-Monatshoch beim Auftragseingang, der Servicesektor hingegen ein kräftiges Minus. Die Industriekönnte ihre Verkaufspreise im stärksten Ausmaß seit 33 Monaten anheben. Allerdings sind auch die Rohstoffkosten im Einkauf gestiegen. Wie stark die Divergenzen zwischen Industrie und Dienstleistung sind zeigen folgende Zahlen: Der Flash Eurozone EMI Industrie stieg auf ein 36 Monats-Hoch von 57,7 Punkte (Jänner: 54,8 Punkte), der Flash Eurozone Service-Index Geschäftstätigkeit fiel von 45,4 auf ein 3-Monatstief von 44,7 Punkte. Und Chris Williamson, Chief Business Economist bei IHS Markit, bringt es auf den Punkt: „Der anhaltende Corona-bedingten Lockdown schadete dem Eurozone-Servicesektor im Februar weiter erheblich. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Eurozone-BIP auch im ersten Quartal 2021 sinkt“

Aktien - Schwellenländer / Asien

Chinanachfrage beflügelt Japans Exportwirtschaft: Die japanischen Exporte stiegen im Jänner gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,4%. Volkswirte rechneten mit 6,6%. Hier waren die US-Exporte mit minus 4,8% eine Enttäuschung, während das Geschäft mit China boomt. Die Ausfuhren nach China kletterten im Jänner um 37,5%, vor allem infolge einer starken Nachfrage nach Anlagen für die Chipherstellung, Plastik und Nichteisenmetalle. Zusätzlich gibt es in Japan noch einen positiven konjunkturellen Frühindikator: Während Volkswirte eine Schrumpfung um 6,6& prognostizierten sind die Maschinenbauaufträge im Dezember im Kern um 5,2% gestiegen.

Anleihen

Staatsanleihenrenditen steigen erneut weiter an: Das 1,9 Billionen Dollar Konjunkturpaket gilt als Inflationär, zumal schon die 600 Dollar pro Haushalt einen regelrechten Konsumschub verliehen. Industrierohstoffe steigen. Auf Jahressicht haben sich beispielsweise Kupfer und Nickel um je 55 bzw. 56% verteuert. Brent Rohöl stieg um gut 10% und in den vergangenen 6 Monaten um 32,2%. Mais und Sojabohnen verteuerten sich auf Jahressicht um je 36 bzw. 52%. Weizenpreise stiegen um 15%. „Hungerrevolten“ in diversen Schwellenländern werden wahrscheinlicher und im Euroraum führten Preisanstiege bei Industriegütern und Dienstleistungen zu einen „Inflationsschub“ im Jänner. Während der HVPI im Dezember 2020 noch um 0,3% zurückging folgte im Jänner 2021 ein Anstieg um 0,9%. In den USA löste der stärkste Erzeugerpreisanstieg seit Dezember 2009 in Kombination mit starker Ölnachfrage im Zuge einer Kältewelle in den Südstaaten entsprechende Inflationsängste aus. Doch dies könnte nur ein vorübergehender Zustand sein. Auch Mary Daly, Präsidentin der Fed von San Francisco schlägt in diese Kerbe und vertritt die Ansicht, dass sich Anleger wegen des plötzlichen Anstiegs der Inflation keine Sorgen machen brauchen. Beispielsweise gibt es am Arbeitsmarkt noch reichlich Leerkapazitäten. Der Onlinehandels macht Preise transparent vergleichbar und erhöht weltweit den Wettbewerb und nach Erhöhung der Ölproduktion und Produktionskapazitäten für Rohstoffe und Industrieprodukte sollten die Preisanstiege wieder moderater werden. Doch die Renditeanstiege der vergangenen Woche beunruhigen: Die Renditen für zehnjährige US-Treasuries stiegen von 1,16 auf 1,34% - ein Plus von 18 Basispunkten und laufzeitkongruente deutsche Bundesanleihen erlebten gleich 14 Basispunkte Renditeantieg auf -0,31%. Auch Anleihen aus Emerging Markets wie Mexiko und Brasilien gerieten unter Druck. Noch ein paar Wochen dieser Art und die Fed muss sich ernsthaft mit dem Instrumentarium der Zinskurvensteuerung auseinandersetzen.

HY-Corporate Bonds mit weiter rückläufigen Risikoaufschlägen: Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries sind infolge steigender Risikofreude der Anleger von 5,64 Prozentpunkte (24.09.20.) auf 3,46 Prozentpunkte (18.02.21) gesunken, Nun ist eine kritische Untergrenze erreicht, die wie folgt hergeleitet werden kann: Die von Fitch verfolgte durchschnittliche Ausfallsrate bei US-HY-Bonds lag im gleitenden 12-Monatsschnitt Ende Oktober 2020 bei 5,5%. Die für 2021 erwartete Bandbreite liegt zwischen 5 und 6%. Angesichts dieser Tatsachen und langfristig erwarteter Kreditverluste von ca. 63% wird bis spätestens Spreads von knapp unter 3,5 PP eine Wende (Anstieg) erwartet). Also die Korrektur kann jederzeit einsetzen.

Edelmetalle und Rohstoffe

Renditeanstiege bei Anleihen schaden Edelmetallen: Infolge der jüngsten Zinsanstiege und Aussichten auf eine nachhaltige konjunkturelle Erholung im Zuge der Verfügbarkeit von Impfstoffen in den entwickelten Ländern gerieten die Notierungen von Gold und Silber unter Druck, wobei eine gewisse relative Stärke bei Silber und Platin auffällt, die beide auch als Industriemetalle dienen und somit eine konjunkturelle Nachfragekomponente haben. Vor allem der starke Autoabsatz in den USA beflügelt.

Währungen

Trotz der Renditeanstiege konnte er US-Dollar zum Euro nicht mehr weiter aufwerten. Offensichtlich besteht derzeit zwischen Euro und US-Dollar am Devisenmarkt eine Art „Gleichgewicht des Schreckens“. Doch Krisenstimmung herrscht ebenfalls keine, was eine Abschwächung des Frankenkurses zeigt. Was noch auffiel, waren die Stärke des Australischen Dollar und des britischen Pfunds. Letzteres profitiert von einer zügigen Corona-Impfkampagne in Großbritannien. Indessen profitiert der Australische Dollar von steigenden Rohstoffpreisen.

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

22.02.2020

China: Zinsentscheidung der Notenbank
EUR:  Rede EZB-Präsidentin Lagarde
Deutschland: ifo-Geschäftsklima

23.02.2020

EUR: Inflationsdaten
USA: Verbrauchervertrauen Conference Board
Immobilienpreisindex
API wöchentlicher Rohöllagerbestand

24.02.2020

Deutschland: BIP
USA: Anhördung Fed Chair Powell
Verkäufe neuer Häuser, Auktion 5jähriger Staatsanleihen

25.02.2020

Japan: Führender Wirtschaftsindex
EUR: Geschäftsklimaindex, EZB Lane Rede
USA: Erstanträge Arbeitslosenunterstützung; Folgeanträge Arbeitslosenunterstützung, BIP, Kernausgaben für persönlichen Konsum, Auftragseingänge langlebiger Gebrauchsgüter, Nicht militärische Investitionsgüter Aufträge ohne Flugzeuge; Auktion 7jähriger Staatsanleihen

26.02.2020

Japan: Industrieproduktion u. Inflationsdaten
USA: Reuters/Uni Michigan Verbrauchervertrauen, Chicago Einkaufsmanagerindex

Galt in der Vergangenen Woche als positiver Markttreiber

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

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