PC - Weekly 2021 KW17

Marktdaten / Marktüberblick

Aktien – USA

Steuererhöhungen für Infrastrukturprogramm der US-Regierung: Joe Biden hat bereits ein 1,9 Billionen Dollar Corona-Rettungspaket mit knapper Mehrheit im Kongress durchgesetzt. Dieses sieht „Helikoptergelder“ von 1600 USD für zahlreiche Amerikaner sowie Hilfen für von Corona betroffenen Unternehmen vor – also ein schwerpunktmäßiges Sozialprogramm, dem nun ein 2,3 Billionen-Dollar-Infrastrukturprogramm folgen sollte. Alleine das wären bereits 11% des BIP im Jahr 2020 folgend auf 9,1% des BIP! Nur das Ganze hat seinen Preis. Laut Nachrichtenagentur Bloomberg will US-Präsident Joe Biden, die Kapitalertragssteuer für wohlhabende US-Amerikaner auf 43,4% in etwa verdoppeln. Eine große Einnahmequelle verspricht sich Biden von einer Erhöhung der Unternehmenssteuer. Insgesamt sollten sich dadurch die Einnahmen auf 15 Jahre gesehen um 2,5 Billionen Dollar erhöhen. Es sollen dazu Schlupflöcher im Ausland geschlossen werden. Die globale Mindeststeuer soll auf 21% verdoppelt werden und die US-Körperschaftssteuer von 21 auf 28%. Damit wäre ein Teil von Trumps Steuerreform wieder rückgängig gemacht worden. Nämlich vor 2017 lag der Steuersatz bei 25%. Die Steuererhöhungen werden voraussichtlich negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben, weshalb zuletzt die US-Staatsanleihenrenditen wieder rückläufig waren.

US-Frühindikatoren signalisieren 2021 6% BIP-Wachstum: Der Conference Board Leading Economic Index stieg im März um 1,3 % auf 111,6 Punkte nach vorangegangenen Rückgängen um je 0,1 bzw. 0,5% im Februar und Jänner. Die Impfkampagne und die laufenden Corona-Auflockerungen sind wie Balsam auf den Wunden. Infolge einer Zeit des Sparens besteht nun Konsum-Nachholbedarf. Rechnet man die Dynamik des LEI in BIP-Wachstum um, wären es 6% im Jahr 2021.

Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung (Initial Claims) im Sinkflug: In der am 17. April endenden Woche war die Anzahl der Initial Claims um weitere 39.000 auf saisonbereinigt 547.000 und somit den niedrigsten Stand seit Mitte März 2020 gesunken. Das war bereits die zweite Woche unter der Marke von 700.000. Volkswirte gingen von 617.000 Anträgen aus. Doch bis zur Normalisierung des Arbeitsmarktes ist es noch ein weiter Weg: Obwohl in der US-Wirtschaft im März 916.000 neue Stellen geschaffen wurden, blieb die Gesamtbeschäftigung um 8,4 Millionen Jobs unter dem Peak im Februar 2020.

Engpässe für Häuslebauer in den USA: Baumaterialien, vor allem Holz werden knapper und teurer. Der Lieferengpass und Verzögerungen bei Bauprojekten führten im März zu einem Rückgang der Eigenheimverkäufe um 3,7% und somit auf den niedrigsten Level seit August 2020. In der Folge stieg der Medienpreis neuer Eigenheime in den USA auf Jahresbasis um 17,2% auf 329.100 USD.

S&P 500: Stark positive Gewinnüberraschungen im ersten Quartal: Bis 23. April veröffentlichten 25% der S&P 500 Firmen ihre Quartalszahlen, von denen 84% der Gewinne besser ausfielen als von den Analysten im Schnitt erwartet. Das ist der höchste Anteil seit Beginn der Aufzeichnungen im März 2008. Der 5-Jahresschnitt lag bei 74%. Aggregiert betrachtet liegen die Gewinne um 23,6% über den Analystenschätzungen (5-Jahres-Schnitt +6,9%). Ausschließlich positive Gewinnüberraschungen gabs bisher in den Sektoren Gesundheit, Telekommunikation, Energie und Immobilien. Die niedrigste positive Überraschungsquote zeigen hingegen Versorger und Massenkonsumgüter. Für das zweite Quartal haben bereits 17 Unternehmen ihre Gewinnprognosen bekanntgegeben, wovon 12 positive 5 negativen Gewinnerwartungen gegenüberstehen. Analysten erwarten im zweiten Quartal 55,4% Gewinnwachstum bei 17,4% Umsatzsteigerung. Für das Gesamtjahr sind bei 10,3% Umsatzwachstum 29% Gewinnwachstum zu erwarten, was das hohe Forward-KGV im S&P 500 von 22,3 relativiert (10Jahresschnitt: 16).

Aktien - Europa

Gewinnschub im ersten Quartal erwartet: Laut Schätzungskonsens von Refinitiv sollten die Gewinne der STOXX 600 Unternehmen im ersten Quartal 2021 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 61,2% wachsen. Vor allem im Industriebereich und bei zyklischen Konsumgütern werden starke Gewinnsteigerungen erwartet. Das für das Gesamtjahr 2021 erwartete Gewinnwachstum beträgt 38,7%, wobei die stärksten Ertragsschübe im Energiesektor und bei zyklischen Konsumgütern stattfinden.

Vorläufige Umfrageauswertung zeigt im April Privatwirtschaft der Eurozone im Aufschwung: Der von IHS Markit publizierte Flash Eurozone Composite Index Produktion, ein zu ca. 85% ausgewerteter gewichteter Durchschnitt aus Industrieproduktions-Index und Index der Geschäftstätigkeit im Servicesektor, stieg gegenüber März von 53,2 auf ein 9-Monats-Hoch von 53,7 Punkten. Die Konjunkturlokomotive ist dabei die Industrie, deren Produktionsindex auf den höchsten Stand seit Juni 1997 stieg. Somit war die zehnte Ausweitung der Industrieproduktion in Folge abermals die stärkste seit Umfragebeginn. Die Spitzenreiter waren dabei Deutschland und Frankreich. Wie bisher hinkt der Servicesektor wegen der Covid-19-Maßnahmen hinterher. Trotzdem ging sich das erste Miniwachstum seit August letzten Jahres aus – ein Lichtblick. Als Frühindikator wesentlich ist in der gesamten Privatwirtschat das größte Plus beim Auftragseingang seit September 2018, angeführt vom Rekordzuwachs in der Industrie. Der Auftragsbestand der Industrie wuchs auf den höchsten Stand seit Februar 2018, zumal viele Unternehmen nicht mehr mit der Produktion nachkommen.

Aktien - Schwellenländer / Asien

Wachstumsschub in China: Mittlerweile rechnet der IWF weltweit für heuer mit 6% BIP-Wachstum. Ein klarer Motor ist hier China, dessen BIP im ersten Quartal 2021 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 18,3% wuchs. Dabei handelt sich um den größten Sprung seit Beginn der quartalsweisen Auswertung vor rund 30 Jahren. Dafür hauptverantwortlich ist ein Basiseffekt ausgehend von einer niedrigeren Ausgangsbasis. Im Gesamtjahr 2020 wuchs die chinesische Wirtschaft um lediglich 2,3%, so langsam wie seit über vier Jahrzehnten nicht mehr. Doch heuer zeigen sich Nachholeffekte. Dies hat zuletzt der Einkaufsmanagerindex für den Service-Sektor gezeigt, dessen Aktivitätsniveau ansprang. Für heuer rechnet der IWF in China mit 8,1% BIP-Wachstum

Anleihen

Gegenbewegung am Bondmarkt: Ein stärkerer Dollar, absehbare Steuererhöhungen in den USA und nach wie vor weltweit hohe Corona-Zahlen und damit verstärkt Unsicherheiten führten dazu, dass die Renditen von zehnjährigen US-Treasuries auf Monatsbasis um 8 Basispunkte auf 1,56% zurückgingen. Im Einklang mit rückläufigen Dollarzinsen waren auf Monatssicht auch die Renditen zehnjähriger brasilianischer und mexikanischer Staatsanleihen um jeweils 0,15 bzw. 0,20 Prozentpunkte auf 9,03 bzw. 6,70% rückläufig. Hingegen Zinsanstiege gab es in Europa: Die Renditen zehnjähriger deutscher Bundesanleihen verteuerten sich binnen eines Monats um 13 Basispunkte (BP) auf -0,26% und jener aus Italien um 20 BP auf 0,78%. Indessen drehten in Frankreich die Renditen (10Y) um 22 BIP von -0,14 bereits mit 0,08% ins Plus. Die EZB befindet sich nämlich in einem Dilemma zwischen Krisenhilfen und Inflation. Zuletzt hat sie sogar die pandemiebedingten Anleihenkäufe beschleunigt. Auf der anderen Seite besteht große Angst vor einem verfrühten Ausstieg aus dem Krisenmodus.

HY-Corporate Bonds - Das Ende der Fahnenstange: Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries sind infolge steigender Risikofreude der Anleger von 5,64 Prozentpunkte (24.09.20.) auf 3,34 Prozentpunkte (22.04.21) gesunken, Doch auf diesem Niveau sind bereits die langfristig erwarteten Kreditverluste nicht mehr abgedeckt. Das schreit förmlich nach einer Gegenbewegung. US-High Yields sind offensichtlich überbewertet! Eventuell haben wir hier das Tief bereits hinter uns.

Edelmetalle und Rohstoffe

Teure Nahrungsmittel: Während Gold infolge von Inflations- und Zinsängsten weiterhin lustlos herumtümpelt, waren Silber, Platin, aber auch diverse reine Industriemetalle wie Kupfer und Aluminium weiterhin auf der Gewinnerseite. Doch richtige Schübe gab es auf der Agrarrohstoffseite: Der Weizen verteuerte sich auf Wochensicht um 9%, Mais um 12,3% und Sojabohnen um 8,6%. Treiber dieser Entwicklung sind das Wetter in wichtigen Anbauländern und die akute Knappheit. Die neuen Ernten werden teuer gehandelt. Kälte in diversen US-Bundesstaaten, Trockenheit in den nördlichen Anbauregionen der USA und Kanadas machen den Maisanbau und die Aussaat von Sommerweizen zur Herausforderung. Hinzukommt Tierfuttermangel in China, was den Maispreis treibt.

Währungen

Der Euro zeigte sich in der vergangenen Woche auf breiter Front gegenüber einer Vielzahl wichtiger Währungen auf der Aufwertungsseite. Um rund 1% hat er zum US-Dollar aufgewertet nachdem in den USA am langen Ende wieder die Zinsen zurückgingen. Die EZB hat zudem am 19.04. ihre Entscheidungen getroffen und die weiteren Aussichten bleiben etwas ungewiss. Auf der einen Seite stehen die Zeichen auf Boom. Andererseits blockieren Coronamaßnahmen noch immer die Wirtschaft in Europa. In so einem Umfeld ist auch der Schweizer Franken orientierungslos mit etwas schwächerer Tendenz. Als Carrytrade-Währung im inflationären Umfeld massiv schwächer tendiert die Türkische Lira, während der Brasilianische Real um 2,6% anstieg.

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

26.04.2021

Japan: Führender Wirtschaftsindex
USA: Auftragseingänge langlebiger  Gebrauchsgüter, Nicht militärische Investitionsgüter Aufträge ohne Flugzeuge
Deutschland: ifo-Geschäftsaussichten

27.04.2021

Japan: BoJ Zinssatzentscheidung u. Prognosebericht
USA: Verbrauchervertrauen Conference Board, Immobilienpreisindex

28.04.2021

Japan: Einzelhandelsumsätze
EUR: Rede EZB-Präsidentin Lagarde
USA: Fed Zinssatzentscheidung u. Pressekonferenz

29.04.2021

EUR: Verbrauchervertrauen u. Geschäftsklimaindex
USA: Erstanträge Arbeitslosenunterstützung; Folgeanträge Arbeitslosenunterstützung, BIP-Daten, Konsumausgaben

30.04.2021

China: NBS PMI Produktion, PMI nicht-verarbeitendes Gewerbe
Japan: Inflationsdaten u. Industrieproduktion
EUR: BIP u. Inflation
USA: Reuters/Uni Michigan Verbrauchervertrauen, Chicago Einkaufsmanagerindex, Privatausgaben

Galt in der Vergangenen Woche als positiver Markttreiber

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

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