PC - Weekly 2022 KW 4

Marktdaten / Marktüberblick

Aktien – USA

Kritische Woche steht bevor: Microsoft und Apple veröffentlichen Dienstag bzw. Donnerstag nach Börsenschluss ihre Quartalsergebnisse. Bei Microsoft geht es darum wie es nach der 69 Mrd. USD-Übernahme des Computerspiel-Anbieters Activision Blizzard weitergeht, während bei Apple kein Haar in der Suppe gefunden werden darf. Gibt es am Smartphone-Markt irgendwelche Verlangsamungen der Absatzdynamik drohen herbe Rückschläge. Am Mittwoch folgt die mit nervöser Anspannung erwartete Fed-Zinssatzentscheidung der Fed. Eine erste Leitzinsanhebung am 16. März 2022 hatten die Futuresmärkte bis zuletzt mit einer Wahrscheinlichkeit von 93,4% eingepreist. Auf der anderen Seite schnellen infolge der Omikron-Variante und daraus resultierender Einschränkungen die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung wieder empor. Bereits die Woche zuvor wurde bekannt, dass der Einzelhandel an Dynamik verlor. Doch die Fed hat sich mit jüngst restriktiven Tönen der Inflationsbekämpfung verschrieben. Werden nun die Anleihenkäufe abrupt enden und eine Leitzinsanhebung durchgeführt? Möglich wäre es, und Mittwoch wird Klarheit bringen. Doch andererseits wird die Fed früher oder später wieder auf die Konjunktur achten müssen und in diesem Sinne sind bereits seit dem 2-Jahreshoch die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen rückläufig.

Frühindikator zeigt Stärke: Einer der wichtigsten Frühindikatoren für die US-Produktion ist der Philly-Fed-Index, der die Industrie in der Schlüsselregion im Nordosten der USA erfasst. Werte von über Null bedeuten Wachstum, darunter Abschwung. Die Lage der Region Philadelphia hat sich im Jänner aufgehellt, was ein Anstieg des Konjunkturindex der Federal Reserve Bank of Philadelphia von Dezember auf Jänner von 15,4 auf 23,2 Punkte zeigt, während Volkswirte nur einen Anstieg auf 18,5 Punkte erwarteten. Wesentlich ist dabei, dass der Subindex für Auftragseingänge von 13,7 auf 17,9 Punkte anstieg.

Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung sind erneut im Anstieg: Um 55.000 auf 286.000 stiegen die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung, was auf steigende Unterbrechungen im Dienstleistungssektor zurückzuführen ist. Verantwortlich dafür ist die Omikron Variante von Corona. Mittlerweile sprangen auch die Folgeanträge auf AL-Unterstützung wieder um 84.000 auf 1.635 Millionen nach oben.

US-Aktien überteuert? Nimmt man den aus 628 Komponenten bestehenden MSCI USA-Index, so ist dieser per 31.12.2021 gegenüber dem globalen MSCI ACWI verhältnismäßig teuer: Ein aktuelles KGV von 26,12 im MSCI USA steht 21,25 im MSCI ASWI gegenüber, während die Dividendenrendite im MSCI USA nur bei 1,26% liegt, verglichen mit 1,74% im MSCI ACWI. Das Kurs/Buchwert-Verhältnis beträgt sogar 5,05 begleichen mit 3,11 im MSCI ACWI. Was aber auffällt, ist eine möglicherweise anhaltende starke Wachstumsdynamik in den USA, denn das 12-Monats-Forward-KGV liegt bei 22,29. Doch jenes im MSCI ACWI liegt mit 18,31 weit darunter. Die USA sind schlichtweg stärker technologielastig. Teuer bewertete Technologie-Giganten haben eine entsprechende Indexgewichtung. Somit kann einer „Überteuerung“ nicht pauschal zugestimmt werden.

Aktien - Europa

Europäische Aktien mit Value Bonus: Nimmt man den aus 432 Komponenten bestehenden MSCI Europe Index, so ist dieser gegenüber dem MSCI World erheblich günstiger bewertet. Vor allem im Industriebereich und im Energiesektor sind noch kräftige Gewinnschübe möglich. Während einem aktuellen KGV von 18 (per 31.12.21) im MSCI Europa eines von 22,74 im MSCI World gegenübersteht, liegt das 12-Monats-Forward-KGV im MSCI Europa nur noch bei 15,4 vs. 19,5 im MSCI World. In Europa steht eine Dividendenrendite von 2,47% einer von 1,66% im MSCI World gegenüber. Allerdings ist Europa noch stärker als die USA von der sogenannten „Old-Economy“ geprägt. Vor allem Banken, Versicherungen und Telekom-Unternehmen, aber auch herkömmliche Industriegiganten spielen in Europa als Indexschwergewichte eine wichtige Rolle.

Starkes viertes Earning-Quartal in Sicht: Während sich in den USA bereits eine starke Abkühlung der Quartalsgewinnzuwächse bemerkbar macht, herrscht in Europa noch eine starke Aufwärtsdynamik, denn: Laut Schätzungskonsens von Refinitiv sollten die Gewinne der STOXX 600 Unternehmen im vierten Quartal 2021 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 48,5% (ohne Energiesektor: 33,6%) wachsen. Im Gesamtjahr 2021 erwarten Analysten einen Gewinnzuwachs von 66,7%. Die stärksten Zuwächse werden im Energiesektor, bei zyklischen Konsumgütern und bei Industriewaren erwartet. Allerdings ist ab dem ersten Quartal 2022 eine signifikante Wachstumsverlangsamung zur erwarten. Im 2. Quartal 2022 sollten im STOXX 600 bei 18,4% Umsatzplus die Gewinne nur noch 8,1% wachsen.

Aktien - Schwellenländer / Asien

Chinas konjunkturelle Abkühlung könnte heuer wesentliches Thema werden: Obwohl Chinas BIP-Wachstum über das Gesamtjahr 2021 bei 8,1% lag, hat es sich vom dritten auf das vierte Quartal von 4,9 auf 4,0% verlangsamt. Wächst Chinas Industrieproduktion auf Jahressicht noch um 9,6%, so waren es im Dezember offiziell nur noch 4,3%. Gleichzeitig zeigt auch die chinesische Binnenwirtschaft Schwäche. Erkennbar ist dies an einem weiteren Rückgang des Wachstums im Einzelhandel von November auf Dezember von 3,9 auf 1,7%. Im Gesamtjahr lag hier der Zuwachs noch bei 12,5%. Allerdings liegt im Dezember der Einkaufsmanager-Index für die Industrie mit 50,3 Punkten wieder im Wachstumsbereich. Der Immobilienmarkt bleibt fragil. Mittlerweile hat die Chinesische Zentralbank gleich zwei wichtige Leitzinsen gesenkt, nämlich den Zinssatz für einjährige Refinanzierungsgeschäfte mit den Banken um 0,1 PP auf 2,85%, und den Zins für einwöchige Wertpapiergeschäfte ebenfalls um 0,1 PPP auf 2,1%. Gleichzeitig versorgte die People‘s Bank of China das Finanzsystem mit zusätzlicher Liquidität. Fazit: Die konjunkturelle Abkühlung Chinas ist nicht zu unterschätzen!

Anleihen

Renditen vor Fed-Entscheidung am 26. Jänner leicht rückläufig: Das Fed-Watch-Tool signalisiert seitens der Futures-Märkte bereits für die Sitzung am 16. März mit 93,4% Wahrscheinlichkeit eine erste Leitzinsanhebung. Für die Sitzung am Mittwoch dem 26. Jänner wird diese mit 5,6% beziffert. Vor einem Monat lag diese Wahrscheinlichkeit noch bei 7,4%. Darüber hinaus waren die vergangene Woche die Renditen zehnjähriger Treasuries wieder um 4 BP auf 1,74% rückläufig. Jene laufzeitkongruenter deutscher Bundesanleihen ebenfalls um 4 BP von -0,04 auf -0,08%. Der Rückgang war global quer durch die entwickelten Länder. Was ist hier passiert? Es ist eine Kombination aus Pandemiedynamik und jüngsten Wirtschaftsdaten, die noch immer zur Vorsicht mahnen. Beispielsweise scheint nun die Arbeitslosigkeit in den USA anzusteigen, da wieder vermehrt Pandemie-Eindämmungsmaßnahmen ergriffen werden. Wie auch immer - spannend und entscheidend ist die Leitzinsentscheidung diesen Mittwoch. Hier zeigt sich ob Inflationsbekämpfung oder die Konjunkturbelebung mehr zählen oder ob eine Pattsituation vorherrscht.

HY-Corporate Bonds - Das Ende der Fahnenstange?: Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries sind infolge steigender Risikofreude der Anleger zwischenzeitlich auf ein Niveau gesunken, das nur noch globale Ausfallsraten von weniger als 2% einpreist. Doch konjunkturelle Risiken steigen. Ein Niveau von zuletzt (20.1.) 3,10 Prozentpunkte ist schlichtweg zu niedrig!

Edelmetalle und Rohstoffe

Mais und Weizenpreis im Aufwind: Rund 7% stieg allein innerhalb einer Woche der Weizenpreis. In immer mehr Schwellenländern kommt es deshalb zu inflationsbedingten Unruhen. Für 2021/22 geht das US-Landwirtschaftsministerium weltweit von einem Weizenangebotsdefizit von 9 Mio. Tonnen aus. Hinzukommen die Spannungen Russland-Ukraine. Im Kriegsfall würde die Ukraine als Weizenexporteur weitgehend ausfallen. Hingegen schlechtere Ernteaussichten in Brasilien und Argentinien beflügeln den Maispreis, während die Edelmetalle Gold, Silber und Platin von Inflationsimpulsen bei gleichzeitig erneut rückläufigen Zinsen am langen Ende profitieren.

Währungen

Schweizer Franken Aufwertung beschleunigt sich: Die Inflationsdifferenzen zwischen Euroraum und Schweiz sind über das Gesamtjahr 2021 um 2,1 Prozentpunkte gestiegen – und dies in einem geopolitisch fragilen Umfeld. Dies erhöhte zuletzt wieder den Aufwertungsdruck des Frankens. Indessen zeigte der US-Dollar im Einklang mit gestiegenen Zinsen am langen Ende Stärke. Gleichzeitig repatriieren japanische Anleger wieder verstärkt Gelder, was einen festeren Yen zur Folge hat.

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

24.01.2022

EUR: Markit PMI Gesamtindex; Einkaufsmanagerindizes für Dienstleistungen u. verarbeitendes Gewerbe

USA: Chicago Fed nationaler Aktivitätsindex; Markit PMI Gesamtindex; Markit PMI für Dienstleistungen und Herstellung

25.01.2022

USA: Immobilienpreisindex
Deutschland: ifo-Geschäftsklimaindex

26.01.2022

Japan: Führender Wirtschaftsindex
USA: Fed-Entscheidung u. Pressekonferenz

27.01.2022

USA: Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung, Folgeanträge Arbeitslosenunterstützung; BIP-Daten, Persönliche Konsumausgaben; Auftragseingänge langlebige Güter; Nicht militärische Investitionsgüter Aufträge ohne Flugzeuge

28.01.2022

Japan: Inflationsdaten
EUR: Verbrauchervertrauen u. Geschäftsklimaindex
USA: Privatausgaben; Persönliches Einkommen, Reuters/Uni Michigan Verbrauchervertrauen

 

Galt in der Vergangenen Woche als positiver Markttreiber

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

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